Zelebrieren statt Kompensieren!


Bild von @dermichel22


Alles was wir tun, tun wir aus einem Grund. Dieser Grund kann uns bewusst sein oder auch nicht. Und doch ist er da und bietet das Fundament für unsere Aktion. Legt den Grundstein für das, was aus unserem Tun heraus entsteht. Wie der Samen, aus dem ein starker Baum werden kann... oder auch nicht!

Lange Zeit war ich mir absolut nicht im Klaren darüber, weswegen ich eigentlich mache, was ich mache. Wieso ich Sport mache, wieso ich für irgendwelche Prüfungen lerne, esse oder mir die Zähne putze. "Macht man halt so", "So gehört sich das" oder "So haben wir das schon immer gemacht" waren die Sätze, die mich in meinem unbewussten Tun bestärkt haben.

Es ist nicht leicht die Verantwortung zu übernehmen für mein eigenes Handeln. Und deswegen habe ich diese früher lieber abgegeben. An andere, meine Eltern, den Staat oder das Wetter. Irgendwas ist immer, und deswegen schieb' ich mir jetzt die Packung Snickers rein. Yeah! Was für mich damals total logisch war, ist heute für mich reine Kompensation. Kompensation von Umständen, Gefühlen und Ängsten. Das war mein Weg, wie der von so vielen anderen, das Leid erträglich zu machen, meinen Bedürfnissen Ausdruck zu verliehen. Mein Weg das bisschen Dopamin in mein System zu schießen und für wenige Minuten das Gefühl zu haben, ich sei genug, geliebt und glücklich. Wahnsinn, oder? Purer Wahnsinn, der uns vorgelebt wird, den uns die Medien präsentieren und den die großen Marketingfirmen kultivieren. "Mach DAS und du bist toll!", "Zieh DAS an und du bist es wert!" Die Suggestion, ohne DAS "nicht toll" oder "es nicht wert" zu sein, findet ganz subtil statt und frisst sich tief in das Selbst(un)bewusstsein der Menschheit. Und es macht total sinn, denn wie sonst kann ich mein Produkt vermarkten? Wie sonst kann ich Verkaufszahlen steigern? Die Lösung auf diese Frage, welche ich für mich gefunden habe und ich hier gerne mit dir teile, lautet Zelebrieren. Der Akt des Zelebrierens, auch Feiern genannt, kann, neben der Kompensation, ein weiterer Beweggrund für jede erdenkliche Handlung sein. Der Unterschied? Während Kompensation aus einem Ort des Mangels, des Nicht-Genug-Habens oder Nicht-Genug-Seins kommt, entspringt das Zelebrieren einem Ort der Fülle. "Ich bin ganz und DAS gibt es obendrauf". Und jenes DAS ist rein optional. Ich brauche die teuerste Chili der Welt (genannt Charapita) nicht in meinem Gewürzregal. Mein Glück hängt nicht von ihr ab. Und wenn ich mich nun entschließe, sie in mein Gewürzsortiment aufzunehmen, dann ist das mein persönliches Fest. Nicht gebunden an äußere Erwartungen, soziale Konventionen oder eine Angst, ohne diese abartig teure Chili, nicht Teil des Fine-Spice-Clubs zu sein. Diese Chili steht sinnbildlich für all das, was wir uns Tag für Tag geben und womit wir uns umgeben. Kommt unsere Handlung aus einem Ort der Fülle? Oder glauben wir, durch sie etwas "gutzumachen", etwas "geradezubiegen". Ein sehr spannendes Thema, für welches ich sehr sensibel geworden bin. Wenn ich mich dem Kakao widme, sei es in der Produktion, dem Beantworten von Social Media Nachrichten oder dem Verfassen eines Blogeintrags, fühle ich öfter in mich hinein und frage mich: Zelebriere ich DAS? Ist DAS, was ich gerade tue, Ausdruck meiner Lebensfreude oder dient es meinem Wachstum? Wenn die Antwort "Nein." lautet, dann mache ich eine Pause, trinke einen Kakao oder gehe Spazieren. Für mich habe ich festgestellt, wenn ich an dieser Stelle weitermache, mich in etwas vertiefe, was letztendlich eine Kompensation darstellt, dann stehe ich am Ende mit leeren Händen und vor allem ohne Energie dar. Lautet die Antwort "Ja!" dann gebe ich mich voll und ganz hinein, in DAS was ich gerade tue. Ich vertraue, dass DAS genau das richtige ist und der Welt gerade den größten Dienst erweist, der in diesem Moment möglich ist. Und wenn das bedeutet, eine Stunde lang durch Instagram zu scrollen und Beiträge von wundervollen Menschen zu kommentieren, dann ist es genau DAS. Ein schönes Beispiel ist für dieses Konzept des bewussten Handelns ist meine Yogaroutine. Sie ist seit 3 Jahren fester Bestandteil meines Lebens und kommt fast jeden Morgen zum Einsatz (Danke Siddhantji!). In meiner Yogalehrerausbildung hat mir mein Lehrer Siddhant gesagt wie wichtig es ist eine solche Routine aufrecht zu erhalten und welchen positiven Impact sie auf das Leben hat. "Do your practice for 100 days and your whole life will change!" waren seine Worte. Und ich glaube ihm nach wie vor. Was mir damals allerdings nicht klar war, war dass ich krampfhaft auf der Suche war nach etwas, was mich "heil" fühlen lässt. Was mir das Gefühl gibt "okay" zu sein. Und TADAA, da war die Yogaroutine mit Atemübungen und Meditation. Sie gab mir genau das, was mir fehlte. Toll, oder? Auf den ersten Blick vielleicht.... Denn ehe ich mich versah, war ich süchtig nach dieser Routine. Konnte nicht ohne sie. Ein Tag, an dem ich mein Yoga nicht "machte", war ein verlorener Tag. Ein Tag der Selbstvorwürfe und des Unwohlseins. Ein klarer Fall von Kompensation. Locker anderthalb Jahre praktizierte ich so mein Yoga und klammerte mich an diese Praxis, in der Hoffnung sie werde aus mir endlich einen liebens- und lebenswerten Menschen machen. Und natürlich konnte sie das nicht auf der tiefsten Ebene meines Seins. Was allerdings geschah, ist dass meine Praxis mir eine gewisse innere Stabilität verlieh. Ich zunehmend das Gefühl hatte, bewusst darüber zu entscheiden, wie viel und wie ich praktizierte. Bis ich schließlich eines Tages das Gefühl hatte, Ich könne die Praxis ja auch einfach sein lassen. Nach gerade mal vier Tagen fühlte ich mich schwach, abgeschlagen und daneben und merkte, dass das einzige was sich verändert hatte, war, dass ich kein Yoga mehr praktizierte. Und aus diesem Gefühl heraus merkte ich zum ersten Mal, welches Geschenk diese Praxis doch war und was für ein Privileg es für mich ist, sie leben zu dürfen. An diesem Tag änderte sich mein Beweggrund Yoga zu machen. Seit diesem Tag zelebriere ich mein morgendliches Yogaritual und nehme mir gerne Zeit dafür - manchmal bis zu 2 Stunden. Nicht weil ich muss, nicht weil ich sonst nicht klar komme, sondern wegen der Schönheit der Praxis und all ihren positiven Einflüssen auf mich und auf mein Umfeld. Und wenn ich mal nicht dazu komme, dann nehme ich das an und weiß, dass morgen auch noch ein Tag ist. Dies ist ein schönes Beispiel, wie ich finde, um zu sehen, dass selbst etwas edles, weises und tugendhaftes wie Yoga der Kompensation und dem Mangel dienen kann. Und gleichzeitig, dass sich das jeden Tag ändern kann und darf. Ich fühle mich gesegnet, diese Geschichte direkt nach meiner Yogapraxis mit Dir zu teilen und hoffe, du hattest Spaß beim Lesen dieses Beitrags. Ich freue mich sehr auf ein Feedback von dir oder einen Like. <3 In Liebe, Dein Mischa

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